16.06.2017

Für den Schutz der Weltmeere nach New York

Wilhelmshavener Junior Rangerin repräsentiert das Weltnaturerbe Wattenmeer bei der UN-Vollversammlung

Die Wilhelmshavener Junior Rangerin Silja Reiser (rechts) und Marleen Jorritsma aus den Niederlanden (links) vertraten zusammen mit zwei Kindern aus Dänemark das Weltnaturerbe Wattenmeer am 8. Juni bei der World Oceans Conference in New York. Prinz Albert II von Monaco (Mitte) unterzeichnete als Erster den Appell zum Schutz der Meere für zukünftige Generationen. Foto: Joel Sheakoski/UNESCO

Im Rahmen der World Oceans Conference in New York hat am 8. Juni 2017 eine Gruppe von Kindern aus aller Welt vor der UN-Vollversammlung für den Schutz der Weltmeere für zukünftige Generationen plädiert. Über 30 Kinder aus mehr als 10 verschiedenen marinen Welterbestätten vertraten dabei die 49 marinen Welterbestätten der Welt. Vier Kinder aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden repräsentierten das Weltnaturerbe Wattenmeer – unter ihnen die vierzehnjährige Silja Reiser aus Wilhelmshaven.

„Ich glaube, es hat die Politiker beeindruckt, dass der Appell von uns Kindern kam. Wir konnten zeigen, dass uns der Schutz der Meere am Herzen liegt“, berichtet Silja von ihren Erlebnissen in New York. Silja ist schon seit sechs Jahren Junior Rangerin im Nationalpark und Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer und kennt sich mit der einzigartigen Natur an der Nordseeküste bestens aus. In der Junior-Ranger-Gruppe Wilhelmshaven-Friesland setzt sie sich für den Naturschutz ein, nimmt an lehrreichen Veranstaltungen teil und gibt ihr Wissen auch an andere weiter. Der Auftritt bei der World Oceans Conference ist für sie Ansporn, sich weiter für das Wattenmeer zu engagieren: „Es war toll zu sehen, dass es überall auf der Welt viele andere gibt, die sich auch für den Schutz der Meere einsetzen. Genauso wie das Wattenmeer müssen auch die anderen Welterbestätten bewahrt werden.“

Die World Oceans Conference fand vom 5. bis 9. Juni 2017 statt, um die Erfüllung des Ziels 14 aus der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UN – „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen“ – voranzutreiben. Am 8. Juni enthüllten die Kinder vor der UN Generalversammlung einen schriftlichen Appell mit dem Titel „My Ocean Pledge“ und luden die anwesenden Regierungsvertreter ein, diese zum Schutz der Meere zu unterzeichnen. Begleitet wurden Sie von prominenten „Ocean Elders“ wie Prinz Albert II von Monaco. Der Auftritt war Auftakt einer Social-Media-Kampagne des UNESCO-Programms zum Schutz mariner Welterbestätten, die jeden dazu aufruft, die Erklärung digital zu unterzeichnen: http://whc.unesco.org/myoceanpledge. Teil der Kampagne sind Video-Erklärungen von Kindern aus verschiedenen marinen Welterbestätten unter dem Hashtag #MyOceanPledge.

Das Wattenmeer ist das größte zusammenhängende Wattgebiet der Welt, wo natürliche Prozesse weitgehend ungestört ablaufen können. Es erstreckt sich entlang der deutschen, niederländischen und dänischen Küste. Seit fast 40 Jahren koordinieren die drei Länder ihre Aktivitäten zum Schutz des Wattenmeers. Zum ersten Mal nahmen nun Kinder aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark gemeinsam an einer solchen internationalen Veranstaltung teil, um sich für den Schutz des Wattenmeers einzusetzen. Ihre Teilnahme wurde von den beteiligten Staaten – in Deutschland vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) – im Rahmen des UNESCO-Programms zum Schutz mariner Welterbestätten gefördert und von der Nationalparkverwaltung und dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat organisatorisch unterstützt.

Das könnte Sie auch interessieren

Nationalparkleiter Peter Südbeck (Mitte) freut sich über die Spende von Harald Lesch (VR-Stiftung, links) und Matthias Osterhues (Volksbank Oldenburg). Foto: Zschech

16.08.2017 Zugvogelmusik, Zugvogeltage Die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland unterstützt gemeinsam mit der Volksbank Oldenburg eG die Realisierung eines deutschlandweit einmaligen Projekts: Im Konzert „Zugvogelmusik“ werden am 27. August neun Musikgruppen aus neun Ländern auf der Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters authentische Musik aus ihren Heimatländern darbieten. Jeder Musikgruppe ist dabei eine in ihrem jeweiligen Land rastende, brütende oder überwinternde Zugvogelart zugeordnet, wodurch eine künstlerische Verbindung zwischen den Zugvögeln, der Musik und den Menschen geschaffen wird. mehr »

Salzwiese in Westerhever | © Stock / LKN.SH

14.08.2017 Rechtzeitig zur „Hoch“-Zeit der Salzwiesenblüte hat die Nationalparkverwaltung ein neues Faltblatt über dieses einzigartige Ökosystem vorgelegt. mehr »

Hoch motiviert: Die jungen Freiwilligen der ijgd-Gruppe zusammen mit den gleichaltrigen Naturschutzwarten des Mellumrates, herzlich begrüßt von Freiwilligen-Koordinatorin Imke Zwoch (links), Mellumrat-Geschäftsführer Mathias Heckroth (5.v.r.) und Bürgermeister Dirk Lindner (rechts). Foto: NLPV

11.08.2017 Wangerooge, Küstenheide, Neophyten 16 junge Menschen aus sieben Ländern waren jetzt zwei Wochen im Einsatz auf Wangerooge, um die wertvolle Küstenheide von invasiven standortfremden Pflanzen zu befreien. Das 2010 begonnene Gemeinschaftsprojekt von Nationalparkverwaltung, ijgd, Mellumrat und Inselgemeinde zeigt von Jahr zu Jahr immer deutlicher die Erfolge solcher langfristig angelegten Pflegemaßnahmen. mehr »

Sieht aus, als habe er ein Gesicht: ein kleiner Fleckrochen, von unten betrachtet. | © Wells / LKN.SH

09.08.2017 Im Multimar Wattforum in Tönning tummelt sich derzeit jede Menge Nachwuchs: kleingefleckte Katzenhaie, Fleckrochen, Sepien, Nagelrochen, Seestichlinge, verschiedene Quallen sowie Neptunshörner, eine Schneckenart, werden hinter den Kulissen aufgezogen. mehr »
Freiwillige sammeln Strandmüll auf der Insel  Mellum

Neben Plastikmüll fanden die freiwilligen Helferinnen und Helfer am Strand von Mellum häufig Teile von Fischernetzen. Foto: J. Wagner/NLPV

08.08.2017 Mellum, Meeresmüll, Müll Am Samstag, den 5. August 2017 sammelten 45 Freiwillige einen Tag lang angespülten Meeresmüll auf der Insel Mellum. mehr »